Woher kommt der Osterhase?

Osterfeuer, Osterbräuche, Osterfest - 4 Antworten

04.03.2008 Bettina Levecke

Eier verstecken und essen, zum Osterfeuerplatz gehen - woher kommen diese Bräuche? Über die Hintergründe der Osterrituale.

1. Warum wird Ostern gefeiert?

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Bereits am Aschermittwoch, genau 40 Tage vor Ostern, beginnt der Festkreis. In der Fastenzeit, auch Passionszeit genannt, gedenken die Christen dem Volk Israels und Jesu, der 40 Tage in der Wüste fastete.

Die Woche vor Ostern heißt Karwoche und ist die wichtigste Zeit der österlichen Passionszeit: Am Palmsonntag feiern die Christen den Einzugs Jesus von Nazareth in Jerusalem. Am Gründonnerstag (grün kommt von „greinen“ = weinen) wird in der christlichen Glaubensgemeinschaft an das Letzte Abendmahl von Jesus Christus erinnert. Am Karfreitag steht das Gedenken an die Kreuzigung und den Tod Jesu.

Ostersonntag und Ostermontag stehen im Zeichen der Freude: An diesen Tagen wird die Auferstehung Jesus gefeiert.

2. Warum steht Ostern im Zeichen des Eis?

Es gibt viele Erklärungen, warum ausgerechnet Eier zum Kernmotiv von Ostern wurden. Eine Erklärung lautet: Eier stehen für Fruchtbarkeit und Leben und damit als Symbol für den Sieg über Tod und Verdammnis.

Eine andere Theorie besagt: Da während der 40-tägigen Fastenzeit der Verzehr von Eiern untersagt war, entstand ein Eierüberschuss. Um die Eier haltbar zu machen, wurden sie gekocht und angemalt, um sie sich von den frischen Eiern unterscheiden zu können. Zu Ostern, mit Aufhebung der Fastenzeit, wurden die vielen Eier schließlich gegessen und auch weiterverschenkt. Vielleicht steht Ostern deshalb so ganz im Zeichen des Eis.

Eine weitere Erklärung ist folgende: Im Mittelalter waren Hühnereier anerkanntes Zahlungsmittel. An Gründonnerstag mussten die Bauern ihre Steuer an den Grundherren zahlen – aufgrund des Überschusses zumeist mit Eiern.

3. Warum kommt der Osterhase?

Bereits vor vielen Jahrhunderten wurden in der Kirche zu Ostern Speisen und vor allem Eier geweiht. Irgendwann fingen Eltern an, daraus ein Spiel für ihre Kinder zu machen: Sie versteckten die geweihten Lebensmittel und die Kinder durften suchen. Und da Hasen im Frühling durch die Gärten streiften, wurden sie gleich für die versteckten Speisen verantwortlich gemacht.

4. Und woher kommt der Brauch des Osterfeuers?

Das Osterfeuer ist ein alter christlicher Brauch: Am Karsamstag wird die Osternacht mit einem Feuer begonnen. An diesem Feuer wird die Osterkerze entzündet, die in einem feierlichen Ritual in die dunkle Kirche getragen wird. Sowohl das Feuer, als auch die Kerze stehen dabei als Sinnbild: Christus ist das Licht der Welt.

Im norddeutschen Raum sind große Osterfeuer weit verbreitet: In fast jedem Dorf werden bereits Wochen vorher Baumschnitte und Zweige gesammelt. Das Osterfeuer ist dann am Ostersamstag ein geselliger Treffpunkt mit Wurst- und Bierbuden. Das Ritual stammt aus alter Zeit und dient der Reinigung: Mit dem großen Feuer soll der Winter und böse Geister vertrieben werden.

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